Ein weit verbreiteter Irrtum lautet: Kryptowährungen sind anonym, und wer einmal betrogen wurde, hat keine Chance mehr. Tatsächlich ist das Gegenteil oft der Fall.
Bitcoin ist pseudonym, nicht anonym
Jede Bitcoin-Transaktion, die jemals stattgefunden hat, ist öffentlich und dauerhaft in der Blockchain gespeichert. Zwar stehen dort keine Klarnamen, sondern nur Wallet-Adressen – doch diese Adressen hinterlassen eine lückenlose Spur. Man spricht daher von Pseudonymität, nicht von echter Anonymität.
Wie Blockchain-Forensik funktioniert
Spezialisierte Ermittler nutzen professionelle Analyse-Software, um Geldflüsse zu visualisieren und zu clustern. Dabei werden Adressen, die zusammengehören, gruppiert und Verbindungen zu bekannten Diensten hergestellt.
- Cluster-Analyse: Mehrere Adressen werden einem Akteur zugeordnet.
- Mixer-Erkennung: Auch verschleierte Transaktionen lassen sich teilweise entwirren.
- Börsen-Identifikation: Der entscheidende Moment ist, wenn Coins bei einer regulierten Börse landen.
Der Schlüsselmoment: die Auszahlung
Betrüger wollen ihre Beute irgendwann in echtes Geld umwandeln. Spätestens dann müssen sie eine Börse nutzen, die gesetzlich zur Identitätsprüfung (KYC) verpflichtet ist. Genau an diesem Punkt lässt sich über rechtliche Wege ansetzen, um Konten einzufrieren und Täterdaten anzufordern.
Warum schnelles Handeln so wichtig ist
Je frischer eine Transaktion, desto größer die Chance, die Gelder noch zu erreichen, bevor sie über mehrere Stationen verteilt werden. Deshalb gilt: Warten Sie nicht ab, sondern lassen Sie Ihren Fall so früh wie möglich prüfen.